Unsere Geschichte

Geschichte von Hernádvécse

Die Siedlung Hernádvécse wurde unter Andreas dem II. von deutschen Siedlern bewohnt, von den „Deutschen der Königin“, die die Untertanen der Königin Beatrix waren. Das Wappen des Orts zitiert die erste schriftliche Aufzeichnung aus 1235, wo die Siedlung „Weytha“ genannt wird. Das Wappen ist ein Produkt der Kunst der neuesten Zeit. Im Auftrag von Tibor Takács, der das Schlosshotel erdacht hat, hat das Wappen Sándor Józsa, ein Künstler aus Debrecen, angefertigt.

1491 ging das Dorf in den Besitz der Stadt Košice über, dann schenkte es König Ludwig II. mit mehreren Siedlungen zusammen Balázs Szöllősi, dem ersten bekannten Vorgänger der Familie Vécsey. Von da an bis in die Mitte der 19. Jhdts. befand sich das Dorf im Besitz der Familie Vécsey.

Die Geschichte verschonte auch diese Gegend nicht. In den 1640er Jahren fielen die umherstreifenden türkischen Heere in die Region Abaúj ein und verwüsteten die Dörfer in der Umgebung. Hernádvécse war für ein ganzes Jahrhundert dermaßen entvölkert, dass sogar die 1696 gebaute evangelische Kirche zerstört wurde.

In 1730, einige Zeit nach dem von II. Ferenc Rákóczi geführten Freiheitskampf, wurde das Dorf von ungarischen und ukrainischen Siedlern bevölkert. Der Wiederaufbau der Siedlung ging gut voran, eine schnelle Entwicklung fand in der Wirtschaft und Verwaltung statt. Auf diese Weise hatte das Dorf schon 1735 einen Gerichtshof und zwischen 1735 und 1760 wurden mehrere größere Gebäude aufgebaut und so entwickelte sich die zwischen den Hügeln eingekeilte Siedlungsstruktur.

Schloss Vécsey-Sardagna

Das unter Denkmalschutz stehende Schloss Vécsey-Sardagna wurde 1790 im Stil des Spätbarocks gebaut, worauf auch die Torrahmen im Zopfstil hinweisen. Zu dieser Zeit war es noch das Herrenhaus der Familie Vécsey mit Schindeldach. 1811 wurde schon über einen Umbau berichtet. Das Schloss steht frei auf einem Hügel mit Garten und hat einen Umriss in Form von einem stark gestreckten Rechteck Die Familie Vécsey verkaufte das Schloss und den Grundbesitz Mitte des 19. Jhdts. an Ferenc Dorner, einen Rechtsanwalt aus Košice, dessen Tochter 1860 János Sardagna heiratete. Als Mitgift wurde die Familie Sardagna Anwohner des ehemaligen Vécsey-Grundbesitzes, ganz bis zum Dezember 1949, als das Schloss der Familie genommen wurde. Der letzte hier geborene Abkömmling der Familie, Baron János Sardagna starb 2008 in Basel. Nach der Verstaatlichung wurde eine landwirtschaftliche Fachschule im Schloss eingerichtet, dann zog eine Schule für Heilpädagogik ins Gebäude ein. Bis 1998 fungierte es als Kinderheim, seitdem stand es leer, sein Zustand verschlechterte sich von Jahr zu Jahr. Das Schloss wurde in diesem traurigen Zustand 2007 vom jetzigen Besitzer aus Debrecen, Tibor Takács, gekauft, der die umfassende Renovierung, die Erweiterung, eigentlich die Wiederbelebung auf sich nahm. Wir hoffen, dass das Schloss seine ehemalige, Leben spendende wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung zurückgewinnen wird. Der einst riesige Schlossgarten verwilderte und lichtete sich fast gänzlich bis zum Ende des 20. Jhdts., aber dank den aktuellen Umgestaltungen wird der Garten neu belebt. Die alten traditionellen Pflanzen, Eichen, Platanen, Kastanienbäume, Fichten, Büsche und wundervolle Blumensorten werden alle zurückgepflanzt, damit er dem erneuerten, unter Denkmalschutz stehenden Schloss würdig ist.

Römisch-katholische Kirche

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Das andere Denkmal des Dorfs ist die römisch-katholische Kirche, die 1811 im Stil des Spätbarocks gebaut wurde. Sie wurde von Baronin János Vécsey, Zsuzsanna Splényi, der Grundherrin des Dorfs gebaut. Interessant ist, dass die Kirche von der Spende von Marie-Luise von Österreich gebaut wurde.

Um 1810 nämlich, als Napoleon Russland erobern wollte, brach seine zweite Frau, Marie-Luise, auf, um ihren Ehemann auf dem Schlachtfeld zu besuchen. Es war ganz genau eingeteilt, wann und wo die Kaiserin übernachtet, in dörflichen Unterkünften oder in adligen Gutshäusern. So geschah es, dass sie auf ihrem Weg auch das Haus der Familie Vécsey in Hernádvécse aufsuchte und dort übernachtete. Als sie morgens aufstand und zur heiligen Messe gehen wollte, teilte ihr Gastgeber Ágoston Vécsey ihr mit, dass es in Hernádvécse leider keine Kirche gibt. Deswegen schenkte sie der Familie Vécsey, als sie das Dorf verließ, 1000 Dukaten für den Bau einer katholischen Kirche.

Der Zustand der Kirche verschlechterte sich- ähnlich wie beim Schloss – stark während der Jahrhunderte, aber der Kirchenturm und die Fassade begrüßen die Dorfbesucher heute – dank des Erneuerers des Schlosses – frisch renoviert. Die 1790 gebaute evangelische Kirche des Dorfs ist ebenfalls ein imposanter Zeuge der Vergangenheit.